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ME/CFS – Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom

Was ist ME/CFS?

ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom. Es handelt sich um eine komplexe, chronische Erkrankung, die mit einer deutlich eingeschränkten körperlichen und geistigen Belastbarkeit einhergeht.

Typisch sind eine ausgeprägte, durch Ruhe nicht ausreichend besser werdende Erschöpfung, nicht erholsamer Schlaf sowie weitere Beschwerden wie Konzentrationsprobleme, Schmerzen, Schwindel oder Kreislaufbeschwerden. Die Symptome können in ihrer Stärke erheblich schwanken.

Was ist Post-Exertional Malaise (PEM)?

Ein wesentliches Merkmal von ME/CFS ist die Post-Exertional Malaise (PEM). Dabei verschlechtern sich die Beschwerden nach körperlicher oder geistiger Belastung deutlich.

Die Verschlechterung kann zeitverzögert auftreten, häufig innerhalb von 12 bis 48 Stunden, und mehrere Tage oder sogar Wochen anhalten. Auch Belastungen, die vor der Erkrankung problemlos möglich waren, können eine PEM auslösen.

Deshalb ist bei ME/CFS nicht grundsätzlich eine Steigerung der körperlichen Aktivität das Ziel. Eine Überlastung kann zu einer deutlichen Verschlechterung der Beschwerden führen.

Das Leistungsniveau sinkt mit jeder PEM und eine Erholung wird erst dann möglich, wenn es zu keinen weiteren Überlastungen in der Folge kommt.

Pacing statt Überforderung

Pacing bezeichnet die individuelle Einteilung von Aktivität und Erholung. Ziel ist es, innerhalb der persönlichen Belastungsgrenze zu bleiben und dadurch eine PEM möglichst zu vermeiden.

Dabei werden nicht nur körperliche Aktivitäten berücksichtigt, sondern auch geistige und emotionale Belastungen. Die individuelle Belastungsgrenze kann sich von Tag zu Tag verändern.

Enscheidend ist daher nicht, möglichst viel zu leisten, sondern die vorhandenen Ressourcen sinnvoll einzuteilen und Überlastung zu vermeiden.

ME/CFS und Physiotherapie

Physiotherapie bei ME/CFS erfordert eine individuelle und symptomorientierte Vorgehensweise. Entscheidend ist, die aktuelle Belastbarkeit zu berücksichtigen und keine PEM durch Überforderung auszulösen.

Die Behandlung orientiert sich deshalb an der persönlichen Situation und kann beispielsweise darauf ausgerichtet sein, Beschwerden zu lindern, Bewegungen im Alltag zu erleichtern und einen angemessenen Umgang mit körperlicher Belastung zu unterstützen.

Die Therapie hilft, die Mechanismen zu verstehen. Patienten und ihr Umfeld lernen die Bedeutung von Pacing und Pausen zu akzeptieren und erhalten hierdurch eine Chance auf Verbesserung der Symptomatik. Die PEM vermeidende Therapie kann zu einer Steigerung der Lebensqualität führen und den fortschreitenden Leistungsverlust stoppen

ME/CFS ist eine komplexe Erkrankung und sollte ärztlich diagnostiziert und medizinisch begleitet werden.